Johanniskirche

Johanniskirche Penzenhofen

 

Johanniskirche

Stets wurde die Entwicklung des Dorfes Penzenhofen von der Sankt-Johannis-Kirche geprägt. Sie ist das heute weitaus älteste Gebäude in unserer Gemeinde. Eine Turminschrift nennt als Datum der Erbauung das Jahr 1401. Laut einer Urkunde wurde sie 1403 als Frühmesskapelle eingeweiht. Die Laurentiuskirche in Altdorf datiert aus dem Jahre 1407. Alle Hinweise auf die Entstehung des Kirchleins in Penzenhofen sind vermutlich bei dem großen Altdorfer Brand im „Markgrafenkrieg“ verloren gegangen. Ein Zeuge aus älterer Zeit ist eine Glocke, die die Inschrift trägt: „Ave Maria gratiae plena Dominus teum“.

Die Kirche ist Johannis dem Täufer geweiht. An seinem Namenstag fanden jährlich Gottesdienste und die Kirchweih statt. Es gab auch eine zweite Glocke, die später jedoch als entbehrlich wieder entfernt wurde. In der ersten Zeit der Kirche galt sie nur als Meßkapelle, die dem Bistum Eichstätt unterstand. Später kam sie zum katholischen Dekanat Altdorf und wurde von einem Kaplan als eine der Filialkirchen versehen, ebenso wie Rasch, Altenthann und Ludersheim. Ob Früh- oder Tagesmessen gehalten wurden, ist nicht überliefert.

Bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts gibt es über das Schicksal der Johanniskirche nur wenige Anhaltspunkte. Da sämtliche Dörfer um Altdorf nach dorthin eingepfarrt und als Gemeinde zu klein waren, hatte man es nie für nötig erachtet, einen eigenen Geistlichen nach Penzenhofen zu setzen. Aus Unterlagen geht hervor, dass Penzenhofen im 16. Jahrhundert sowieso nur zirka 10 „Herdstellen“ hatte. Bezeugt ist aber, dass im Jahre 1534 der Altdorfer Dekan einen Privatvikar zum Dienst in der Penzenhofener Kirche beauftragt hatte.

Noch im 16. Jahrhundert werden die Frühmessen in Penzenhofen völlig eingestellt. Man gab auch die Gottesdienste auf, so dass die Glocke nur noch benötigt wurde, um zum Morgen- und Abendgebet zu läuten.

Die Kirche lag mehr als 150 Jahre brach. Der Dreißigjährige Krieg setzte ihr schwer zu, führte fast zu ihrer völligen Vernichtung. 1660 wird die Kirche als baufällig bezeichnet. Während des Dreißigjährigen Krieges diente das Johanniskirchlein den Bauern als Zufluchts- und Aufbewahrungsort für Möbel sowie andere Gegenstände. Auch als Versteck für Tiere, die die Bauern vor den räuberischen Horden retten wollten, wurde sie genutzt.

Im Jahre 1691 ließ Georg Andreas Imhof, Pfleger zu Altdorf, das Johanniskirchlein renovieren: eine Flachdecke wurde eingezogen und die Empore eingebaut. Er stiftete auch den Altar und ein Altartuch mit seinem Familienwappen. Nach der Einweihung wurde das Kirchlein als Studentenkapelle genutzt. An der Altdorfer Universität wurde dem Katechetischen ein Homiletisches Seminar angegliedert, das seinen ständigen Sitz in Penzenhofen hatte. Bis zum Jahre 1728 wurden nachweislich über 1000 Predigten abgehalten.

Stark beschädigt wurde die Johanniskirche durch einen Blitzschlag im Jahre 1723. Der Nachfolger von Imhof als Altdorfer Pfleger – Christoph Elias Ölhafen von Schillerbach auf Eismannsberg – ließ eine Uhr an der Kirche anbringen. Aus den Gaben der Gemeinde wurde eine Orgel angeschafft.

1809 – Nach Auflösung der Altdorfer Universität durch König Max I. von Bayern – war das Kirchlein wieder ziemlich verlassen. Von weiteren größeren Kirchenrenovierungen hören wir 1826, 1880 und 1905. 1948 wird das Turmkranzgefäß in seiner ursprünglichen Fachwerkform erneuert. Ein Jahr später wird in der Johanniskirche die erste Konfirmation gefeiert. 1982 wird das Kirchlein völlig restauriert und es erhielt das heutige Aussehen.

Am 31.05.2003 fand die 600-Jahr-Feier statt. Die Personen auf dem Bild v.l.: Pfarrer Gottfried Winning (Sprengel Penzenhofen), Pfarrer Friedrich Baader (Pfarrer für Winkelhaid), Regionalbischof Dr. Röhlin und Dekan Huschke.

Quelle & Bilder: Gemeinde Winkelhaid – winkelhaid.de

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